Hier ein kleiner Einblick in die Vereinsgeschichte

Im Jahre 1851 hatte sich unter Zugrundelegung der noch vorhandenen Unterlagen und Aufzeichnungen, wie die erste Mitgliederliste, Protokolle und Statuten aufweisen, ein großer Personenkreis des Dorfes Godorf für die Gründung eines Schützenvereins in Form alter historischer Bruderschaften ausgesprochen.
Am 5. Oktober 1851 fand laut Protokoll, welches in dieser Festschrift in altdeutscher Schreibweise und in unser heutigen Schrift ausgedruckt ist, die erste Gründerversammlung unter der Leitung eines Herrn Johann Glasmacher statt. Das beauftragte Komitee für die Ausarbeitung eines Statutenentwurf legte eine Ausarbeitung bis zu 25 Paragraphen der Versammlung vor. Diese wurde nach der Beschlussfassung der Versammlung der königlichen Bezirksregierung in Köln, zwecks Genehmigung, vorgelegt.

In der Satzung stand so mancher Paragraph, der in der heutigen Zeit fast unmöglich wäre. Wie z.B. Paragraph 10: Wird ein Mitglied des Vereins krank, so ist jeder, der Mitglied ist, verpflichtet, auf Aufforderung des Vorstandes zur Nachtwache bei dem Kranken Folge zu leisten.

Laut Protokoll fand das erste Schützenfest zu Godorf am St. Servatiustag, Sonntag, den 16. Mai 1852 statt. Es bestand aus dem Preisvogelschießen und dem Tanzball. Jedes Mitglied wurde verpflichtet an der Mütze ein kleines Waldhörnchen zu tragen. Sämtliche Schützen sollten sich mit einer Büchse im Vereinslokal einfinden.

Aus der Mitte des vorigen Jahrhundert treten in den Protokollen immer wieder Namen auf, die auch heute noch in Godorf einen guten Ruf haben. Alle diese längst verstorbenen Männer haben sich zur Ehre angerechnet, dieser Schützenbruderschaft, zwecks Pflege der Kameradschaft, in guten und schlechten Zeit bei Frohsinn und Geselligkeit anzuhören.
Im Jahre 1888 wurde auf Bitten des damaligen Pfarr-Rektors von Mitgliedern des Schützenvereins Godorf das Ausgraben der Erdmassen für die Fundamente der neu zu errichtenden Kirche in Godorf in manueller Arbeitsleistung übernommen.

Am 8. Juni 1901 fand eine große Veranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Schützenbruderschaft statt. Hier gab es zwei Schützenbrüder, Herr Peter Liermann und der Ehrenpräsident Herr Peter Mürriger, welche ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum feierten.

Am 2. August 1914 wurde die letzte Versammlung vor dem 1. Weltkrieg abgehalten. Ein großer Teil der Schützen erhielt die Einberufung zum Kriegseinsatz. In der Kriegszeit wurde einstimmig beschlossen, den Angehörigen der einberufenen Schützen eine Unterstützung zukommen zu lassen. Die im Felde stehenden Soldaten erhielten Liebespakete zuschickt im Werte von 2,00 Reichsmark.

Sofort nach dem 1. Weltkrieg fanden wieder Versammlungen statt und es wurde sich neu organisiert.

Am 8. November 1938 wurde der heute noch bekannte Godorfer, Christian Heeg, in die Bruderschaft aufgenommen.

1939 kamen die trostlosen Tage und Nächte mit ihren Ängsten und Nöten des 2. Weltkrieges. Das Vereinsleben konnte nicht mehr, wie vorher üblich, durchgeführte werden. Angesetzte Versammlungen wurden durch Fliegeralarm und Fliegerangriffe abgebrochen.

Im Oktober 1946 wurde die Schützenbruderschaft zum 2. Mal von der Militärregierung verboten. Erst im Januar 1947 wurde die Bruderschaft wieder zugelassen. Am 7. November 1948 wurde die erste Vollversammlung nach dem Kriege wieder einberufen. Alle Kassenbücher und Protokollbücher wurde in Ordnung gebracht und der alte Vorstand wurde von der Versammlung bestätigt.

Am Samstag, den 7. Juli 1951 begann das 100-jährige Jubiläumsfest im Vereinslokal Stahl. Es sang zur Eröffnung der MGV Godorf von 1891 mit dem Dirigenten Theo Breuer. Nach einem ausgiebigen und geselligen Abend fand in den frühen Morgenstunden das Wecken statt. Nach dem geschlossenen Kirchgang ging es zum Ehrenmal, wo der Toten mit einer Kranzniederlegung gedacht wurde. Mit dem großen Festzug und dem Königsschießen am Montag wurde das Jubiläumsfest beendet.

So gingen die Nachkriegsjahre dahin. Zum Schützenfest 1969 wurde Bernhard Wolf Schützenkönig. Mit ihm bekam die Schützenbruderschaft einen neuen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Am 6. September 1969 wurde Bernhard Wolf Bezirkskönig und am 04. Oktober 1969 wurde er in Bad Godesberg Bundeskönig. Mit Empfängen und vielen Auftritten wurde in diesem ganz besonderen Jahr die Bruderschaft über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt.

1976 würden die Behördengänge für eine Eintragung in das Vereinsregister gestartet. Nach dem Erstellen der neuen, Vereinsregister konformen Satzungen erfolgte der Antrag für die Gemeinnützigkeit am Finanzamt.

In den Folgejahre waren viele Bemühungen gestartet worden, ein eigenes Vereinsheim zu planen und zum Aufbau zu bringen. 1984 beschloss eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein gebrauchtes Holzhaus von 200 m2 Fläche zu kaufen. Erst 1991 wurde der Traum für die Schützenbruderschaft Godorf mit dem Vereinsheim Aufbau Wirklichkeit. Mit Hilfe der Stadt Köln und den Mitgliedern wurde in wenigen Monaten ein Vereinsheim mit Schießstand bezugsfertig. Im November 1991 wurde das Vereinsheim eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Mit dem Erbbaupachtvertrag mit der Stadt Köln für die nächsten 50 Jahre wurde auch die Nutzung des Grundstückes für eine weitere Generation gesichert. In den Folgejahren wurde das Vereinsheim immer wieder modernisiert. Mit dem Einbau einer Schall hemmender Türe und dessen Stahlträger Aufhängungen wurde 1997 mit einem Vollklinkerstein das Gebäude eingefasst und es wurden neue Fenster montiert.

Am 14. September 1996 war wieder ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Robert Sieck holte sich in Troisdorf beim Bundeskönigsschießen den Diözesankönigstitel. Ein weiteres Jahr folgte mit großen Auftritten und Präsentationen für den Diözesankönig und die Bruderschaft.

Am 11. Januar 1999 trafen sich zum ersten Mal 19 Mitglieder und gründeten einen Festausschuss für das 150-jährige Vereinsjubiläum. Ein harter Kern hat durchgehalten und bemüht sich ein Super Fest auf die Beine zu stellen. Am Schluss tagte der Festausschuss im 14-tägigen Rhythmus und trug immer wieder neue Ergebnisse zusammen.

Unser ganze Anstrengungen sollten es sein, auch in Zukunft uns zu bemühen, neue Mitglieder und Förderer zu finden, die die Aufgaben in der Bruderschaft und für den Nachwuchs erfüllen können.